Verhaftungen von Muslimen in Russland
(Übersetzt)
Die Nachricht:
Sicherheitskräfte verteilten SIM-Karten während Hausdurchsuchungen bei Muslimen, und es wurden Fälle von Beitritt zu einer terroristischen Organisation konstruiert, so eine Beschwerde von Angehörigen bei Menschenrechtsaktivisten. Am 3. Juni berichtete die Zeitung Kawkasski Usel unter Berufung auf Menschenrechtsaktivisten, dass 48 Personen während einer Operation der Sicherheitskräfte in Naltschik und Nartan festgenommen wurden.
Ähnliche Verhaftungen wurden in 42 Häusern in der Stadt Naltschik und dem Dorf Nartan durchgeführt. Alle Festgenommenen sind religiös engagierte Muslime, so die Website des elektronischen Zentrums. Die Beschwerdeführer behaupten, dass die Durchsuchungen nach dem gleichen Muster abliefen: Bei der Durchsuchung ihrer Häuser wurden SIM-Karten gefunden und beschlagnahmt, die ihnen angeblich nicht gehörten, sondern von Strafverfolgungsbeamten platziert wurden, so Menschenrechtsaktivisten, die Fotos der Beschwerden veröffentlichten.
Am selben Tag wurde in Kasan eine weitere muslimische Frau, die fünfte, wegen der Organisation von Aktivitäten der Hizb ut-Tahrir festgenommen. Die vier vorherigen Frauen waren im September letzten Jahres festgenommen worden.
Kommentar:
Die Verhaftungen von Muslimen in Russland sind nichts Neues, aber mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine spielen sie zum ersten Mal eine neue Rolle. Jedes Mal, wenn Russland militärische Niederlagen hinnehmen musste, diente die Verfolgung von Muslimen unter dem Vorwand der "Terrorismusbekämpfung" als Ventil oder Medienkulisse, um die Bevölkerung von den Misserfolgen an der Front abzulenken.
So geschah es auch dieses Mal: Am 1. Juni führte die Ukraine eine sehr kühne Operation namens "Spinnennetz" durch, bei der sie etwa 40 strategische Flugzeuge ins Visier nahm, einige davon in Sibirien, also sehr weit von der Grenze zur Ukraine entfernt. Dies konnte dank moderner Technologie erreicht werden, bei der mit Drohnen beladene Kisten unter dem Deckmantel des Gütertransports mit Lastwagen transportiert wurden.
Je tiefer das russische Regime in diesen Krieg versinkt, desto größer wird die Notwendigkeit, nach inneren Feinden zu suchen. Dies erklärt auch die jüngste Kampagne gegen Migranten, die die Behörden seit Beginn des Krieges gestartet haben. Es ist schwer vorherzusagen, wie lange diese Situation noch andauern wird, aber bisher nimmt die russische Bevölkerung diese Erzählungen sehr gut an, und das Ausmaß des Hasses gegen Muslime und Migranten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dies zeigt sich auch in dem beispiellosen Anstieg der Zahl von Hassverbrechen, die von russischen Nationalisten begangen werden.
Geschrieben für den Radiosender des Zentralen Medienbüros von Hizb ut-Tahrir
Mohammed Mansour