Kalifat oder Kolonialismus: Die entscheidende Wahl für die Nation in Afghanistan und Pakistan
(Übersetzt)
Nachricht:
Um die bestehende Krise zwischen Afghanistan und Pakistan nach der Waffenstillstandsvereinbarung in Katar zu beenden, fand in Istanbul ein Treffen statt, bei dem beide Seiten die Fortsetzung des Waffenstillstands bekräftigten und vereinbarten, am 6. November ein hochrangiges Treffen abzuhalten, um die praktischen Wege für seine Umsetzung zu erörtern. Es ist geplant, bei diesem Treffen einen spezifischen Mechanismus zur Überwachung und Verifizierung der Umsetzung der Vereinbarung zu entwerfen, der die Wahrung des Friedens gewährleistet und die Möglichkeit bietet, die gegen die Vereinbarung verstoßende Partei zu bestrafen.
Kommentar:
Diese Bemühungen werden erst dann zu einem dauerhaften Frieden führen, wenn die Muslime Afghanistans und Pakistans an einer intellektuellen und politischen, ja sogar militärischen Front stehen und ihre Angelegenheit weder den Kolonialherren noch ihren Verbündeten wie Katar und der Türkei, sondern dem Islam und seinen Geboten überlassen. Die Treffen, die im Rahmen der Diktate, Verschwörungen und Interessen der Kolonialmächte abgehalten werden, sind bestenfalls nur eine vorübergehende Wiederholung des Waffenstillstands; und letztendlich eine Deckung für die Fortsetzung des kolonialen Wettbewerbs um Land, Ressourcen und Wirtschaftsrouten, sowie ein Versuch, das Erwachen und die Einheit der islamischen Nation in der Region zu verhindern.
Die Bedeutung dieses Themas ergibt sich aus der Tatsache, dass Südasien zu einem Konfliktherd für die Interessen der globalen Kolonialmächte geworden ist. Afghanistan mit seinen reichhaltigen Mineralressourcen und seiner vitalen geopolitischen Lage sowie Pakistan mit seinen strategischen Korridoren und Häfen spielen eine wichtige Rolle in den geoökonomischen Gleichungen der Region. Amerika ist bestrebt - unter Hinweis auf den Abzug seiner Truppen aus Afghanistan, die groß angelegte Übergabe von Waffen an die Taliban und die Aufgabe des Stützpunkts Bagram, der über eine geopolitische und geostrategische Lage zur Überwachung Chinas und Russlands verfügt - Druck auf die Taliban-Regierung auszuüben und sie zu zwingen, ihre Bedingungen zu akzeptieren. Andererseits ist China mit umfangreichen Investitionen, insbesondere im Rahmen des chinesisch-pakistanischen Wirtschaftskorridors, bestrebt, ein Netzwerk von Infrastruktur zu schaffen, um Zugang zu den globalen Märkten zu erhalten, ein Netzwerk, das die Region mit seiner Wirtschaft verbinden wird.
Angesichts dieses Einflusses strebt Amerika parallele Initiativen an, um seine wirtschaftliche und sicherheitspolitische Hegemonie in der Region aufrechtzuerhalten, und versucht gleichzeitig, die afghanische Regierung aus dem Einflussbereich Chinas und Russlands herauszuhalten und zu verhindern, dass sie zu einer einflussreichen Kraft in der islamischen Nation wird. Der Wettbewerb zwischen Amerika und China unter Beteiligung des Amerika-hörigen Indiens zielt darauf ab, Afghanistan Pakistan feindlich gesinnt und Indien nahe zu bringen und die Region in ein Feld des kolonialen Wettbewerbs zu verwandeln, in dem Wirtschaftsprojekte Werkzeuge für politische Dominanz und die Kontrolle über die Ressourcen der Nation sind.
Daher werden die kurz- und langfristigen Treffen dieser Regierungen zur Lösung der afghanisch-pakistanischen Krise dieses Problem niemals lösen. Solange die Politik der Vereinigten Staaten in der Region darauf basiert, Spannungen zwischen Pakistan und Afghanistan zu erzeugen; solange ein bestimmter Kreis innerhalb des pakistanischen Militärs, der unter dem Deckmantel der "Terrorismusbekämpfung" oder des "Drucks auf die Taliban" Druck auf Amerika ausübt, an der Macht bleibt; solange es bewaffnete Gruppen in der Region gibt, die sich den repressiven und säkularen Politiken der Regierungen widersetzen; solange die auferlegte Durand-Linie in dieser Region existiert; solange die nationalen Regierungen aufgrund ihrer begrenzten und parteiischen Interessen Politik gegeneinander betreiben, wird dieses Problem niemals gelöst werden.
Die Wurzel der Krise beschränkt sich jedoch nicht auf geopolitische Winkelzüge, sondern entspringt der intellektuell-politischen Krankheit der Zersplitterung der Nation in Staaten und künstliche Grenzen, die auf Nationalismus und Ethnizität beruhen. Solange die Muslime Afghanistans und Pakistans ihre Identität auf der Grundlage kolonialer nationaler Grenzen definieren, die islamische Identität als eine Nation ignorieren und die Hände der Kolonialherren nicht von der Region fernhalten, wird keine Vereinbarung von Dauer sein. Die intellektuelle, politische und geografische Einheit dieser beiden Länder muss auf der Grundlage der Loyalität gegenüber Allah, dem Islam und den Muslimen gebildet werden, nicht auf der Grundlage der vergänglichen Interessen des Nationalstaates oder der Vereinbarungen mit den Kolonialherren.
Die wahre Lösung liegt in drei grundlegenden Säulen:
Erstens die vollständige Abkehr von der Abhängigkeit von den Kolonialmächten und die Einstellung der wirtschaftlichen, militärischen und nachrichtendienstlichen Zusammenarbeit mit ihnen.
Zweitens der Wiederaufbau der regionalen Wirtschaft auf der Grundlage der Verwaltung der Ressourcen der Nation und der Entwicklung einer unabhängigen Infrastruktur.
Drittens die intellektuelle, politische und militärische Mobilisierung zur Beseitigung des Nationalismus und zur Wiederbelebung des Bewusstseins für die eine Nation.
Eliten, Gelehrte, Parteien und Institutionen müssen zum Dreh- und Angelpunkt der Bemühungen werden, die Politik auf der Grundlage des Islam wiederherzustellen. Der einzige Rahmen, der diese Säulen vereint, ist ein politisches System, das auf der islamischen Scharia und der Einheit der Nation basiert, ein System, das die künstlichen Grenzen beseitigt und es kolonialen Projekten nicht erlaubt, ihre Hegemonie über eine Struktur der Abhängigkeit zwischen den Staaten auszuüben. Die Errichtung des rechtgeleiteten Kalifats ist der wahre Weg, die Region aus den Fängen des Kolonialismus zu befreien und der Nation die Souveränität zurückzugeben. Dieser Weg erfordert Opfer, Bewusstsein und politischen Willen, und es gibt keinen anderen Weg zur Erlösung.
Geschrieben für den Radiosender des Zentralen Medienbüros von Hizb ut-Tahrir
Yusuf Arsalan
Mitglied des Medienbüros von Hizb ut-Tahrir im Bundesstaat Afghanistan