Nicht nur ein Zuschauer: Amerikas Rolle beim Angriff des Judenstaates auf Doha
(Übersetzt)
Die Nachricht:
Im September 2025 bombardierte der Judenstaat Doha, wobei Mitglieder der Hamas und ein katarischer Sicherheitsbeamter getötet wurden. Die Zeitung The Independent berichtete, dass Trump wütend gewesen sei, weil Netanjahu ihn erst im letzten Moment informiert habe, während Quellen im Judenstaat stattdessen von grünes Licht von Trump sprachen. (The Independent, bearbeitet)
Kommentar:
Trumps Behauptung, er habe nichts von dem Angriff der Juden auf Doha gewusst, ist eine falsche Behauptung, da die langjährige Beziehung und Zusammenarbeit zwischen ihnen das Gegenteil beweist.
Es ist völlig unvorstellbar anzunehmen, dass Amerika – mit seiner ausgedehnten militärischen Präsenz in Katar und seiner engen Zusammenarbeit mit dem Judenstaat – keine Kenntnis von einer Operation dieser Größenordnung gehabt hätte. Seit Jahrzehnten pflegen Amerika und der Judenstaat eine feste militärische und politische Partnerschaft. Gemäß der bis 2028 laufenden Absichtserklärung erhält der Judenstaat jährlich 3,8 Milliarden Dollar an Militärhilfe von Amerika. Sie arbeiten bei der Entwicklung von Raketenabwehrsystemen wie Hitz und Iron Dome zusammen, tauschen in großem Umfang Geheimdienstinformationen aus, führen gemeinsame Übungen durch und pflegen eine enge technologische Zusammenarbeit.
Darüber hinaus beherbergt Katar die Al-Udeid-Airbase, den größten US-Luftwaffenstützpunkt im Nahen Osten, auf dem Tausende von US-Soldaten stationiert sind und sich der vorgeschobene Hauptsitz des US Central Command befindet. Dieser Stützpunkt ist mit den modernsten Radar- und Luftverteidigungssystemen der Region ausgestattet. Es ist unvorstellbar, dass ein Angriff dieser Größenordnung – Raketen, die von Kampfflugzeugen über dem Roten Meer abgefeuert werden und den katarischen Luftraum durchdringen – unentdeckt bleibt. Wenn die Systeme nichts erkannt hätten, wäre es unmöglich gewesen, eine solche taktische Bravour ohne genaue Kenntnis der Fähigkeiten der verbündeten Radare zu erreichen. Wenn sie etwas entdeckt, aber nicht reagiert hätten, würde dies eine stillschweigende Zustimmung bedeuten. Es werden auch Fragen aufgeworfen, wie die Flugzeuge der Juden ihre Mission ausführen konnten, ohne von Saudi-Arabien entdeckt zu werden, das Milliarden von Dollar für amerikanische Radarsysteme und Patriot-Abwehrraketen ausgegeben hat, da diese Systeme speziell zur Erkennung und Abwehr ballistischer Bedrohungen entwickelt wurden. Die Tatsache, dass Katar und Saudi-Arabien keine Reaktion zeigten, verstärkt den Eindruck einer Koordination oder zumindest einer stillschweigenden Zustimmung aus Washington.
Eine Operation dieser Größenordnung erfordert in der Regel eine Luftbetankung. Der Judenstaat verfügt über eigene Flugzeuge zur Treibstoffversorgung, aber angesichts der Entfernung und Komplexität ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese Mission vollständig ohne amerikanische logistische Unterstützung durchgeführt wurde.
Netanjahu versuchte, den Angriff als unmittelbare Reaktion auf die Tötung seiner Soldaten darzustellen. Mehrere glaubwürdige Quellen bestätigen jedoch, dass die Operation mit dem Codenamen „Gipfel des Feuers“ seit Monaten vorbereitet wurde. Hebräische Medien sprechen von einer Planungszeit von zwei bis drei Monaten mit intensiven Vorbereitungen in den Wochen vor dem Angriff. Berichten zufolge hat sogar Ägypten die Hamas-Führer vor einem möglichen Angriff auf sie gewarnt. Dies zeigt deutlich, dass es sich nicht um eine spontane Reaktion handelte, sondern um eine langfristig geplante Operation.
Das Bild wird durch die widersprüchlichen Darstellungen der Rolle Amerikas noch komplizierter. Laut dem Wall Street Journal und The Independent war Trump wütend, weil Netanjahu ihn erst kurz vor dem Angriff informierte. Juden bestehen jedoch darauf, dass die Operation mit grünes Licht von Trump durchgeführt wurde. Unabhängig davon, welche Darstellung zutrifft, bestätigen beide die tiefe Verstrickung zwischen ihnen auf höchster Ebene der militärischen und politischen Entscheidungsfindung.
Dieser Angriff passt auch zu einem bekannten Muster von Operationen der Juden, wann immer sich diplomatische Chancen oder Verhandlungen zur Beendigung des Krieges abzeichnen, da der Judenstaat durch gezielte Attentate eskaliert; zum Beispiel das Attentat auf den Hamas-Führer Ismail Haniyeh in Teheran im Juli 2024 oder die Tötung von Nasrallah in Beirut im September 2024. In beiden Fällen wurden entscheidende politische Momente absichtlich untergraben. Der Angriff auf Doha hat die katarische Vermittlung zunichte gemacht. Ebenso startete der Judenstaat im Juni 2025, als eine neue Runde amerikanisch-iranischer Nukleargespräche bevorstand, die Operation Aufsteigender Löwe mit gezielten Angriffen auf iranische Nuklear- und Militäranlagen.
Fazit: Alles deutet darauf hin, dass die Vereinigten Staaten nicht nur ein passiver Zuschauer waren, sondern durch aktive Koordination oder vorsätzliche Untätigkeit ein Komplize in diesem Szenario waren. Die offizielle Ablehnung steht im Einklang mit einem vertrauten Muster der Täuschung und Heuchelei, dem blutrünstige, autokratische Regime folgen.
Geschrieben für den Mediendienst des Zentralbüros von Hizb ut-Tahrir
Okay Pala
Medienvertreter von Hizb ut-Tahrir in den Niederlanden