Mosaik-Initiative: Neugestaltung einer gescheiterten Strategie und erneuter Versuch zur Eindämmung der Taliban
(Übersetzt)
Die Nachricht:
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hielt kürzlich eine Sondersitzung ab, um die Lage in Afghanistan zu erörtern. Während dieser Sitzung stellte Rosa Otunbajewa, Leiterin der Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA), einen neuen umfassenden Rahmen namens "Mosaik-Plan" vor. Sie betonte, dass diese Initiative nicht darauf abzielt, "die Situation in Afghanistan zu normalisieren", sondern die tatsächlichen Interessen des afghanischen Volkes zu fördern.
Der Kommentar:
Die Vorstellung des neuen Plans erfolgt nach dem Scheitern der vorherigen Initiative der Vereinten Nationen, die von Feridun Sinirlioğlu ausgearbeitet wurde. Diese Bemühungen waren an zwei Hauptfronten gescheitert: erstens, dem Fehlen eines internationalen Konsenses über den Umgang mit den Taliban; und zweitens, der Ablehnung des von den Vereinten Nationen ernannten Sondergesandten durch die Taliban, der mit der Umsetzung des Plans beauftragt war. Angesichts dieser Hindernisse haben die Vereinten Nationen eine neue Initiative mit dem Titel "Mosaik" vorgelegt.
Zur Umsetzung der vorherigen Strategie wurden die Doha-Treffen abgehalten, die über drei Runden liefen. Wie bereits erwähnt, scheiterte der Prozess jedoch an den oben genannten Herausforderungen. Nun, ein Jahr später, wurde der Doha-Prozess wieder aufgenommen. Am 30. Juni und 1. Juli 2025 veranstaltete Katar das dritte Treffen des Suchtstoffbekämpfungskomitees und das zweite technische Treffen zwischen den Taliban und Vertretern des internationalen Privatsektors. Diese beiden Treffen fanden im Rahmen der vierten Phase des Doha-Prozesses und im Rahmen der Umsetzung des Mosaik-Plans statt. Obwohl das letzte Treffen technischer Natur war, wird es weithin als Vorbereitung für zukünftige politische Gespräche angesehen. Laut einer Erklärung vom 2. Mai 2025 von Stefan Smith, dem Sprecher der Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan, basiert der Mosaik-Plan auf zwei Säulen:
- Einrichtung von Arbeitsgruppen zur Bewältigung der dringenden Herausforderungen, mit denen das afghanische Volk konfrontiert ist, wie z. B. die Bemühungen zur Bekämpfung von Drogen und zur Förderung des Privatsektors.
- Beseitigung der grundlegenden Hindernisse für die Rückkehr Afghanistans in die internationale Ordnung, insbesondere die Einhaltung der Menschenrechte und die Achtung des Völkerrechts.
Obwohl Mosaik als neue Initiative vorgestellt wird, ist sie im Kern eine überarbeitete Version des vorherigen Plans. Die strategischen Ziele haben sich nicht geändert, mit Ausnahme der Anpassung der Methoden der Umsetzung und der Beteiligung. Wie Rosa Otunbajewa während der letzten Sitzung des Sicherheitsrats zu Afghanistan erklärte: "Die sinnvolle Beteiligung an Afghanistan zielt darauf ab, einen Staat aufzubauen, der in Frieden mit sich selbst und seinen Nachbarn lebt, seine internationalen Verpflichtungen einhält und wieder in die internationale Gemeinschaft integriert wird - keinen Staat, der in sich wiederholenden Gewaltspiralen gefangen bleibt".
Diese Aussage deutet eindeutig darauf hin, dass das Hauptziel des Plans weiterhin darin besteht, die Taliban schrittweise von ihrer islamischen Vision zu trennen und sie schließlich in die säkulare Weltordnung zu integrieren.
Ein charakteristisches Merkmal des Mosaik-Plans ist seine schrittweise Strategie. In diesem Rahmen wird der Westen mit einem ähnlichen Schritt reagieren, wenn die Taliban einen Schritt auf die internationale Ordnung zugehen. Diese Politik basiert auf schrittweiser Kontrolle und gesteuertem Einfluss. Bisher haben die Taliban es jedoch versäumt, einen klaren und kohärenten Plan zur Anwendung der islamischen Herrschaft oder eines vollständigen islamischen politischen Systems vorzulegen. Die westliche Welt hat diese Lücke ausgenutzt und die Taliban dazu gebracht, ihr eigenes Modell zu übernehmen. Im Gegenzug bietet die Hizb ut-Tahrir, eine prinzipielle und politische islamische Partei, eine umfassende, legitime und realistische Vision zur Errichtung des rechtgeleiteten Kalifats, ein Projekt, das vollständig auf dem islamischen Prinzip basiert. Im Gegensatz zum schrittweisen Ansatz des Westens ist dieser Plan nicht schrittweise, sondern basiert auf dem Islam. Dem Islam zufolge genügt manchmal allein die aufrichtige Absicht, damit Gott der Allmächtige sie unterstützt und ihr den Weg ebnet. Und in anderen Fällen, wenn der Diener einen Schritt tut, geht Gott ihm Schritte entgegen, wie es im heiligen Hadith heißt: «Wenn sich der Diener Mir eine Handbreit nähert, nähere Ich Mich ihm eine Elle, und wenn er sich Mir eine Elle nähert, nähere Ich Mich ihm eine Armlänge, und wenn er zu Mir geht, komme Ich eilend zu ihm» Überliefert von Bukhari und Muslim
Geschrieben für Radio des Zentralen Medienbüros der Hizb ut-Tahrir
Yusuf Arsalan
Mitglied des Medienbüros der Hizb ut-Tahrir im Bundesstaat Afghanistan