Das Eisenbahnprojekt zwischen China und Indonesien: Eine Strategie für die chinesische Hegemonie über Indonesien
Nachricht:
Indonesien erwägt eine Neuverhandlung der Schulden für das Hochgeschwindigkeitseisenbahnprojekt zwischen Jakarta und Bandung, bekannt als "Whoosh", aufgrund der erheblichen finanziellen Belastung, die es dem indonesischen Eisenbahnunternehmen (KAI) auferlegt. Der Minister für Staatsunternehmen, Erick Thohir, sagte, der Plan würde es der KAI ermöglichen, die Züge zu betreiben, während der Staat die Verantwortung für die Infrastruktur übernimmt. Das Projekt mit Kosten von 7,3 Milliarden US-Dollar wurde hauptsächlich durch Kredite von der China Development Bank mit einem anfänglichen Zinssatz von 2 % finanziert. Die durch die Corona-Pandemie verursachten Störungen und Probleme bei der Landbeschaffung trieben die Kosten jedoch in die Höhe, was eine zusätzliche Finanzierung zu einem Zinssatz von 3,4 % erforderlich machte. Obwohl das Projekt die Fahrzeit zwischen Jakarta und Bandung erfolgreich auf nur 45 Minuten verkürzte und Anfang 2025 2,9 Millionen Passagiere beförderte, verursachte es einen erheblichen Schuldendruck. Die KAI verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 Verluste in Höhe von 1,24 Billionen Rupiah aus dem Projekt. Erick betonte, dass die Lösung dieses Problems der Ausweitung des Hochgeschwindigkeitseisenbahnprojekts zwischen Jakarta und Surabaya vorausgehen müsse. (Quelle)
Kommentar:
Seit seinen Anfängen wurde das Hochgeschwindigkeitseisenbahnprojekt zwischen Jakarta und Bandung (Whoosh) von verschiedenen Seiten, von Ökonomen und Akademikern bis hin zur breiten Öffentlichkeit, breit kritisiert. Die bemerkenswerteste dieser Kritik dreht sich um die enormen Kosten des Projekts, die 100 Billionen Rupiah überstiegen und größtenteils durch Kredite von der China Development Bank finanziert wurden. Trotz wiederholter Warnungen und Einwände bestand die Regierung darauf, das Projekt mit der Begründung fortzusetzen, den Transportsektor zu modernisieren und die Fahrzeit zu verkürzen. Die Realität zeigt jedoch, dass die Transportstrecke zwischen Jakarta und Bandung bereits von vielen zugänglichen und weit verbreiteten Mitteln wie regulären Zügen, Bussen und Reisediensten bedient wurde. Daher scheint dieses Projekt eher ein Projekt mit politischem Schaucharakter als eine echte Lösung für die Bedürfnisse des öffentlichen Nahverkehrs in Indonesien zu sein.
Nach seiner Inbetriebnahme beginnen nun die zuvor gewarnten Probleme tatsächlich aufzutreten. Das Projekt ist zu einer enormen finanziellen Belastung für das indonesische Eisenbahnunternehmen (KAI) geworden, das weiterhin erhebliche Verluste verzeichnet. Indonesien bereitet sich heute auf eine Neuverhandlung der Schulden mit China vor, was zeigt, dass das Projekt von Anfang an nicht sorgfältig geplant wurde. Abgesehen von der finanziellen Seite spiegelt dieses Projekt wider, wie Indonesien stärker mit den politischen und wirtschaftlichen Interessen Chinas verbunden ist. Als Hauptgläubiger hat China einen großen Einfluss, der es ihm ermöglicht, die Politik Indonesiens wirtschaftlich und diplomatisch zu beeinflussen.
In größerem Maßstab ist die Hochgeschwindigkeitsbahn nur ein Beispiel für die sich vertiefende Kontrolle Chinas über die indonesische Wirtschaft. Im Nickelsektor beispielsweise dominieren chinesische Unternehmen die gesamte Produktionskette von der Quelle bis zum Verbraucher und bringen oft eine große Anzahl ihrer Arbeitskräfte mit. Darüber hinaus überschwemmen nicht-metallische Produkte wie elektronische Geräte und Konsumgüter den lokalen Markt, was Indonesien zunehmend von chinesischen Importen abhängig macht. Infolgedessen kommen die enormen Potenziale des indonesischen Marktes und seiner natürlichen Ressourcen nicht mehr in erster Linie seinem Volk zugute, sondern werden von ausländischen Mächten ausgebeutet.
Ironischerweise scheint Indonesien nach Jahrzehnten der westlichen Vorherrschaft durch europäische und amerikanische multinationale Konzerne einfach zu einem neuen Herrn übergegangen zu sein, nämlich China, das zu einem bedeutenden Akteur geworden ist. Chinas wirtschaftliche Hegemonie ist nicht weniger heftig, und das Hochgeschwindigkeitseisenbahnprojekt zwischen Jakarta und Bandung ist nur eines seiner Tore. Letztendlich könnte Indonesien ohne sorgfältige Planung und Mut zum Schutz der wirtschaftlichen Souveränität die Kontrolle über sein enormes Potenzial verlieren, so dass seine Bürger nur noch Zuschauer in ihrem eigenen Land bleiben.
Geschrieben für das Medienbüro des Zentralbüros der Hisb ut-Tahrir
Abdullah Aswar