Pressemitteilung
Zwei Katastrophen befallen die islamische Umma: korrupte Herrscher und ein korruptes System, die gleichzeitig geändert werden müssen
(Übersetzt)
Am 26. Juli 2025 erlebte die Stadt Kuala Lumpur einen beispiellosen öffentlichen Protest, der den Rücktritt des malaysischen Premierministers Datuk Seri Anwar Ibrahim forderte. Dieser Protest spiegelte die Wut und die wachsende Frustration der Bevölkerung gegenüber einer Führung wider, die nicht nur ihre Reformversprechen nicht einhalten konnte, sondern auch das Leid der Bevölkerung durch Steuererhöhungen, erhöhte Stromtarife und steigende Preise für Grundnahrungsmittel verschlimmerte.
Die Wut der Bevölkerung wird durch das, was weithin als Anwars Heuchelei angesehen wird, weiter angeheizt. Sein Versprechen, die Korruption zu beseitigen, steht in krassem Gegensatz zu seiner fortgesetzten Praxis, korrupte Menschen zu schützen und zu befördern. Darüber hinaus waren seine häufigen und kostspieligen Auslandsreisen - die er oft mit dem Versprechen von Investitionen in Milliardenhöhe rechtfertigt - nichts weiter als leere Versprechungen ohne echte Ergebnisse.
Obwohl es der Opposition gelungen ist, diese öffentliche Wut auszunutzen, indem sie den Protest organisierte, ist sie gescheitert, eine echte Alternative zum Herrscher anzubieten. Es wurde nicht klar dargelegt, wer Anwar im Falle seines Rücktritts tatsächlich ersetzen würde. Der Fokus liegt weiterhin eng darauf, lediglich den Premierminister zu entlassen, ohne einen glaubwürdigen Weg nach vorne aufzuzeigen, und leider wird die Bevölkerung weiterhin auf der Grundlage von Emotionen mobilisiert, anstatt auf der Grundlage von gesundem politischen Denken und praktikablen Lösungen. Diese oberflächliche Erzählung - dass das Problem in Anwar Ibrahim liegt - führt die Bevölkerung in die Irre. Sie haben nicht erkannt, dass das eigentliche Problem nicht nur im Herrscher liegt, sondern im gesamten System, das seitdem im Land angewendet wird.
Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1957 haben in Malaysia zehn Premierminister und verschiedene politische Parteien regiert: die Nationale Front, das Bündnis der Hoffnung, das Nationale Bündnis und jetzt die Madani-Regierung. Obwohl ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung ein angenehmes Leben führt, leidet die Mehrheit weiterhin unter zunehmenden wirtschaftlichen Herausforderungen. Auch die sozialen Probleme geben immer mehr Anlass zur Sorge. Ebenso leidet der Bildungssektor weiterhin unter anhaltenden Problemen. Die Kriminalitätsraten zeigen keine Anzeichen für einen Rückgang, sondern sind erschreckend hoch, auch innerhalb der Polizei selbst. Die politische Landschaft ist ständig von Skandalen, Korruption, Vertrauensbruch und Machtkämpfen sowie verschiedenen Arten von Fehlverhalten geprägt, deren Opfer immer die Bevölkerung ist.
Kurz gesagt: Obwohl sich die Herrscher im Laufe der Jahre geändert haben, hat die Bevölkerung weder wahre Erleichterung noch wahren Wohlstand erfahren. In jeder Regierungszeit hat sich die Bevölkerung ständig gegen die Ungerechtigkeit der Regierung aufgelehnt und ihre Rechte gefordert. Seit der Ära von Dr. Mahathir Mohamad (dem Ersten) stehen die Premierminister unter dem Druck, zurückzutreten, sowohl innerhalb ihrer Parteien als auch von außen. Jedes Mal, wenn ein neuer Premierminister ernannt wird, werden die von der Bevölkerung erhofften Veränderungen jedoch nicht verwirklicht. Was unverändert bleibt, ist das demokratische System selbst, das von den Kolonialmächten als Bedingung für die Unabhängigkeit des Landes auferlegt wurde.
Wie kann ein System, das von Ungläubigen entworfen wurde und in krassem Widerspruch zu den Bestimmungen des Islam steht, echte Lösungen für die islamische Umma bieten?! Es ist unerlässlich, dass die Muslime diese grundlegende Wahrheit erkennen; dass der Austausch eines Premierministers ohne Austausch des Systems niemals die grundlegenden Probleme lösen wird, unter denen diese Umma leidet.
Diese Realität beschränkt sich nicht nur auf Malaysia, denn in der gesamten islamischen Welt beobachten wir das gleiche Muster: Tunesien, Ägypten, Jemen und Libyen erlebten während des Arabischen Frühlings Aufstände, die zum Sturz der Herrscher führten, aber die herrschenden Systeme blieben unverändert, und das Leiden der Bevölkerung setzte sich fort. Auch im Sudan, in der Türkei, in Pakistan, Bangladesch, Indonesien und in vielen anderen islamischen Ländern haben sich die Herrscher wiederholt geändert, aber die vom Kolonialismus geerbten säkularen Systeme blieben unberührt. Das Ergebnis ist, dass sich der Zustand der Umma nicht grundlegend verändert hat.
Die Umma muss sich der Tatsache bewusst werden, dass sie nicht zweimal vom selben Loch gestochen werden darf. Aber in Malaysia wurde sie leider nicht nur ein- oder zweimal gestochen, sondern viele Male. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass diejenigen, die im Rahmen des demokratischen Systems an die Macht kommen, nicht nur scheitern, den Islam - die wahre Lösung für unsere Krisen - anzuwenden, sondern von vornherein nicht dazu bereit sind. Es hat sich auch gezeigt, dass die Demokratie als koloniales Erbe nicht nur im Widerspruch zum Islam steht, sondern absichtlich darauf ausgelegt ist, ihn vom Leben zu trennen. Mit anderen Worten: Sie wurde speziell geschaffen, um die Anwendung des Islam selbst zu verhindern.
Dies ist die doppelte Katastrophe, die die islamische Umma heute heimsucht: korrupte Herrscher und ein korruptes System, die beide nachweislich korrupt sind.
Korrupte Systeme bringen nur korrupte Herrscher hervor, und diese Herrscher wiederum erhalten die Kontinuität dieser korrupten Systeme aufrecht. So wie der Kommunismus kommunistische Herrscher hervorbringt, die den Kommunismus aufrechterhalten, und der Kapitalismus kapitalistische Herrscher hervorbringt, die das kapitalistische System aufrechterhalten, so tut es auch die Demokratie; sie zementiert sich selbst, indem sie Herrscher hervorbringt, die ihr dienen und sie schützen. Der Herrscher und das System sind zwei Seiten derselben Medaille, die untrennbar miteinander verbunden sind und sich gegenseitig verstärken.
Der einzige Ausweg der Umma aus diesen Katastrophen besteht also darin, die Herrscher und das System gleichzeitig zu ändern. Im Islam ist der legitime Herrscher der Kalif, und das legitime System und der legitime Staat sind das Kalifat. Dies ist es, was Hizb ut-Tahrir auf der ganzen Welt zu erreichen versucht, und dies ist unser Aufruf an die gesamte Umma; Hand in Hand mit uns zusammenzuarbeiten, um den rechtgeleiteten Kalifatstaat nach dem Vorbild des Prophetentums zu errichten.
Abdul Hakim Othman
Offizieller Sprecher von Hizb ut-Tahrir
in Malaysia