Die Menschlichkeit weigert sich, dass wir im Überfluss leben, während unser Volk verhungert!
In der Zeit der Unwissenheit, als das Licht der Prophetie noch nicht überallhin gedrungen war, sprach ein Mann aus Quraisch einen Satz, der von der Menschheit verewigt wurde, bevor die Prophetie ihn verfeinerte: "Die Menschlichkeit weigert sich, dass wir im Überfluss leben, während unser Volk verhungert." Er sagte dies, als er sah, wie die Bani Haschim, Männer, Frauen und Kinder, im Tal von Bani Talib vor Hunger krümmten, ohne Essen und Trinken belagert, während er und die Leute von Mekka im Wohlstand lebten. Dieser Mann und seine Gefährten warteten nicht auf die Erlaubnis von irgendjemandem, sondern ihre Gefühle bewegten sich, sie zerrissen die Schriftrolle der Ungerechtigkeit, brachen die Belagerung und standen an der Seite des Unterdrückten, nicht aus Glauben, sondern aus menschlichem Antrieb.
Wo stehen wir im Vergleich zu jenen?! Und wir sehen heute, wie unsere Brüder im Glauben und in der Religion die schlimmste Tragödie erleben, die die Geschichte kennt, und wir schauen zu, ohne etwas zu unternehmen!
Heute wiederholt sich die Tragödie, aber vielleicht in einem noch grausameren und ungerechteren Gewand; Kinder sterben vor Hunger, und den Hungernden wird unter einer erdrückenden Belagerung das Stück Brot aus dem Mund gerissen. Ein ganzes Volk wird vor unseren Augen ausgelöscht, und wir sind Zuschauer, Hilflose und Schweigende!
Die Katastrophe ist nicht mehr verborgen, und die Bilder können nicht mehr geleugnet werden, denn die Szenen aus Gaza werden live übertragen: ein Kind sucht nach einem blutgetränkten Stück Brot, eine Mutter beklagt ihre Kinder, Krankenhäuser sind nicht in der Lage, Medikamente bereitzustellen, und Häuser werden über ihren Bewohnern zerstört. Wo ist unsere Ehre geblieben?!
Wie gross ist der Gegensatz! Ein Mann aus der Zeit der Unwissenheit handelt aus Barmherzigkeit, während heute, im Zeitalter der westlichen Zivilisation und der Menschenrechte, und angesichts des entstellten Weltgewissens, die Menschen in Gaza allein gelassen werden, um Tod, Hunger und Zerstörung zu erleiden.
Wir haben die Kraft, die Belagerung zu brechen und die Massaker zu stoppen, aber wir sind untätig und von der Zivilisation übersättigt. Schweigen in solchen Momenten ist Verrat und im Stich lassen der edelsten und erhabensten Sache.
Die Menschlichkeit weigert sich, dass wir im Überfluss leben, während unsere Brüder verhungern. Möge in uns ein Rest dieser Ehre aus der Zeit der Unwissenheit sein; vielleicht ist sie dem Licht näher als eine Zivilisation ohne Herz.
Wo sind die arabischen Armeen angesichts von Gaza? Wenn wir uns die arabischen Armeen ansehen, sehen wir riesige Armeen und riesige Rüstungsbudgets, aber wenn Gaza um Hilfe ruft, gibt es keine Antwort! Diese Armeen, die zur Verteidigung der Nation vorbereitet wurden, stehen heute untätig da und sehen zu, was unseren Brüdern in Gaza geschieht. Gott der Allmächtige wird sie für jeden Schrei einer Mutter und für jeden Schrei eines Säuglings zur Rechenschaft ziehen, der sich vor Hunger windet. Gott wird euch fragen, ihr, die ihr eure Brüder in Religion und Glauben im Stich gelassen habt.
O Armeen der islamischen Nation, möge in euch ein Rest des Gefühls eines Mannes aus der Zeit der Unwissenheit sein, der wusste, dass der Segen nicht vollständig ist, wenn der Nachbar hungert. Und vielleicht werdet ihr euch erheben!
Geschrieben für den Radiosender des Zentralen Medienbüros von Hizb ut-Tahrir
Mu'nis Hamid - Provinz Irak